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Nähen lernen im neuen Mitmach-Atelier

Erwartungsvoll sitzen die drei Mädchen hinter ihren weißen Maschinen mit blitzenden Nadeln. Den Geschwindigkeitsmesser haben sie zuvor auf ein kleines Schildkröten-Symbol zurückgefahren. „Wir fangen mit einfachen Linien an“, erklärt Céline Hémard, „und später zeichne ich euch auf den Stoff einen kleinen Parcours, den ihr wie bei der Radlprüfung abfahren müsst. Wenn ihr das könnt, fangen wir mit unseren Tieren an!“ Die Nähmaschinen beginnen zu surren, und die Grundschülerinnen machen sich konzentriert daran, auf ihr Stoffstück eine Naht zu ziehen.

So wie sie haben schon viele in dem Neufahrner „Mitmach-Atelier“ Nähen gelernt. Regelmäßig bietet Céline Hémard dort unter anderem Anfängerkurse für Erwachsene, Kinder und Teenies über unsere Volkshochschule an. Begonnen hat sie in einem winzigen Geschäftsraum am Marktplatz. Mit ihrem Umzug 2016 in das Untergeschoss des Hauses Vogelweide 2D vervielfachte die Französin ihren Platz von neun auf über 60 Quadratmeter.

Über eine Treppe taucht man gleichsam ab in ein kleines Paradies für Kreative: Neben dem eigentlichen Atelier mit mehreren Arbeitsplätzen, Kästen und Regalen voller Materialien und Bücher, Kaffeeküche, Sitz- und Kinderecke gibt es noch eine „Schatzkammer“, nämlich das Stofflager mit Zuschneidetisch, und ein Büro, in dem auch spezielle Apparate und Pressen zum Bedrucken von Stoffen untergebracht sind. „Bei mir finden die Leute alles, was sie brauchen. Man kann mit leeren Händen kommen und sogar ohne eine Idee, und man geht bestimmt mit etwas Schönem wieder raus“, verspricht Céline Hémard.

Zweimal wöchentlich hat morgens ihr „Nähcafé“ geöffnet, einmal gibt es einen Nähabend, und auch Kinder können regelmäßig kommen. Weitere Gelegenheiten bieten Anfängerkurse und thematische Workshops über die vhs Neufahrn, und schließlich ist es immer möglich, einen persönlichen Termin zu vereinbaren – ob zum Nähen oder auch zum Einkaufen von Stoff und Material. Seit einigen Monaten wird Céline Hémard von Ruth Mößner unterstützt: „Als Damenschneidermeisterin übernimmt sie alles, was anspruchsvoll ist.“ Wenn zum Beispiel jemand ein Schnittmuster anpassen möchte, kann er zu Ruth Mößner in die „Näh-Sprechstunde“ gehen.

Die Angebote werden gut angenommen. „Wir haben viel Stammkundschaft, vor allem Mütter und Omas, die für ihre Kinder und Enkel nähen, und über die Anfängerkurse kommt immer wieder jemand neu hinzu“, berichtet Céline Hémard und ergänzt augenzwinkernd: „Darunter waren in zwei Jahren auch zehn Männer – die zähle ich!“ Bei den Kindern sind sogar öfter Jungs dabei. „Einer lässt sich jetzt zur Kommunion eine Nähmaschine schenken!“ erzählt die vhs-Dozentin.

Demnächst will sie sich und ihr Geschäft bei der Neufahrner Maidult vorstellen. In einem Zelt an der Ecke Rosenweg/Bahnhofstraße können Interessierte bei Workshops mitmachen und beispielsweise aus einer alten Jeans eine Tasche zaubern. Außerdem wird es einen Wettbewerb mit Preisen geben.